Tulpen oder Tulipanen

Tulpen oder Tulipanen, eine Gattung Zwiebelgewächse, von denen besonders die Gartentulpe, Tulipa Gessneriana, mit großen, glockenförmigen, prächtig gefärbten, theils einfachen, theils gefüllten Blumen, eine der schönsten Frühlingszierden unserer Gärten ist. Der Name Tulpe soll daher rühren, weil man in ihrer Form ein Aehnlichkeit mit einem türkischen Turbane (Dulbend) fand. Sie kam aus der Krim, dem südlichen Rußland und Kleinasien nach Constantinopel, wo die Blume nicht allein als ein schmuck der Gärten geschätzt wird, sondern wo man auch die Zwiebeln gebraten und gekocht ißt und wo Männer und Frauen Wangen und Lippen mit dem wohlriechenden Tulpenöle bestreichen. ...  

 
 

Constantinopel

Türkeireise 2007 ...  

 
 

Elefantenohr

Alocasia

Alocasia acuminata Schott. India orientalis.

Alocasia alba Schott. fnsulae archipelagi Indiae orientalis.
Alocasia pallida C. Koch.
Colocasia alba Hort.
Homalomena alba Hassk.

+Alocasia argyroneura. C. Koch v. heteroneura C. Koch. y.
+Alocasia Boryi Schott v. variegata C. Koch.
+Alocasia commutata Schott v. Alocasia odora C. Koch.

Alocasia. cucullata Schott. China australis, India orientalis.
Arum ramosum Hort.
Arum cucullatum Lour. Wightic.pl. Ind.orient.III. 787.
Cailldium cucullatum Pers.
Colocasia cucullata Schott.
Colocasia ramosa Schott.

Alocasia cuprea. C. Koch.
Alocasia metallica Hook. bot. Mag. t. 5190.
Caladium cupreum C. Koch.
Caladium Veitchii Lindl nec Veitch.
Gonatanthus cupreus Hort.
+Alocasia erythraea C. Koch v. heteroneura C. Koch.

Alocasia decipiens Schott. Pegu.

Alocasia fallax Schott. India orientalis, Himalaya.

Alocasia fornicata Schott. India orientaIis, Himalaya.
Arum forni catum Roxb. Wight icon. pI. Ind.or.III, 789,792.
Colocasia? fornicllta Kth.

Alocasia heteroneura C. Koch. Brasilia.
Alocasia marmorea Stange.
Alocasia erythraea C. Koch.
Caladium Schmizii Hort.
Caladium cordatum Hort.
Alocasia argyroneura C. Koch.
Caladium Schoelleri
Alocasia picta Stange. ...  

 
 

German Gothic

„History“ reveals itself to be central to the Gothic mode even when it depicts a contemporary setting. (...) The Gothic dwells in the historical past, or identifies „pastness“ in the present, to reinforce a distance between the enlighted now and the repressive or misguided then.

„Geschichte“ erweist sich als zentral für den Modus der Gothic Fiction, auch dann, wenn sie eine zeitgenössische Situation darstellt. (...) The Gothic ist in der geschichtlichen Vergangenheit zuhause; es zeigt „das Vergangene“ in der Gegenwart und bekräftigt so den Abstand zwischen dem aufgeklärten Heute und dem repressiven oder irrigen Damals.

(Robert Mighall: A Geography of Victorian Gothic Fiction. Mapping History’s Nightmares, Oxford, New York 1999, S. xviii.)

Die Ästhetik meiner Bilder ist von der Gothic Fiction gefärbt, also dem, was wir auf Deutsch „Horrorliteratur“ nennen. Die Landschaft - oft gerade die deutsche und mitteleuropäische Landschaft - hat in dieser Literaturform immer schon eine tragende Rolle gespielt: von den obskuren Schauerromanen des 18. Jahrhunderts wie Eliza Parsons The Castle of Wolfenbach. A German Story bis zu den Klassikern des 19. und 20. Jahrhunderts: Mary Shelleys Frankenstein, Sheridan Le Fanus Carmilla, Algernon Blackwoods The Willows oder, im Bereich des Films, Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens. Das später gestrichene Einleitungskapitel zu Bram Stokers Dracula spielt in München und Umgebung.

Hier werden Orte des Bösen inszeniert – mittelalterlich wirkende Städte, Schlösser, Wälder, Gebirge und Schneewüsten –, an denen die Zeit zu stagnieren scheint und sich räumlich verdichtet. Die Ortswahrnehmung ist durch Erinnerungen an zurückliegende Verbrechen verzerrt. Die Landschaften erscheinen in ihrer Präsenz wie zeitlich zurück gebogen, permanent eingetrübt mit kalten, düsteren, melancholischen und unheimlichen Stimmungen. Angesichts solcher Überlagerungen von Zeit und Raum sprechen angelsächsische Forscher der Gothic Novel gern von „dreamscapes“ (David Punter), „crimescapes“ oder „psycho-geography“ (Robert Mighall) – Termini, die sich keineswegs nur auf historische Texte beziehen. Zeitgenössische Autoren stöbern die Gespenster einer untoten Vergangenheit auch unter den Stahl-Glas-Architekturen heutiger Gothic Cities auf. Der Literaturwissenschaftler Robert Mighall sagt über die „urbanen Verbrechenslandschaften“ des Londoner Schriftstellers Peter Ackroyd: „Ackroyd sees the Gothic skull beneath the modern skin of steel and glass. Haunted by absence rather than presence his ‚psychogeographical’ London is a palimpsest of memories.“ 1 ...  

 
 

Die Schöne Heimat – Bilder aus Deutschland

Parallel zu den Wanderungen findet meine Motivsuche in fotografischen Archiven statt. In Museen und Galerien, historischen Zeitschriften, Katalogen und auf Postkarten forsche ich nach verschütteten, tabuisierten Spuren deutscher Landschaft und Landschaftsdarstellung. Beispiele einer heute weit gehend verdrängten Heimat-Inszenierung sind die alten Bildbände des Langewiesche Verlags, die „Blauen Bücher“. Sie gelten in der deutschen Öffentlichkeit als nicht kunstfähig, weil sie eine „gotische“ Bildsprache sprechen, die politisch belastet ist. Man kann die „Blauen Bücher“ aber nicht auf die Ästhetik des Nationalsozialismus reduzieren. Der Verleger Karl Robert Langewiesche hatte die Serie bereits 1907 erfunden. Sie ist quasi der Prototyp des preiswerten fotografischen Bildbands, wie er immer noch auf dem Zeitschriften- und Buchmarkt vorherrscht. In den 1920er Jahren vertrat Langewiesche auch moderne, neusachliche Positionen, z.B. in den Autorenbänden von Moholy-Nagy, Wolff und Renger-Patzsch. ...  

 
 

A Giant Awakened: Zwischen Gotik und Gothic

Dass zwischen der gotisierenden deutschen Heimatfotografie und der angelsächsischen Gothic Fiction unterirdische Verbindungslinien existieren, wurde mir zum ersten Mal bewusst, als mir ein amerikanisches Life Magazin vom Mai 1954 in die Hände fiel. Es war ein Sonderheft über Deutschland, genauer über die Bundesrepublik, die zu diesem Zeitpunkt knapp fünf Jahre alt war.

Das Cover zeigt die Ostfront von Schloss Neuschwanstein aus der Vogelperspektive, darunter die Füssener Ebene mit winzigen Häusern, Feldern, Wäldern: „Beautiful Bavaria“, eine Aufnahme des amerikanischen Fotografen Duncan Edwards. Oberflächlich gesehen unterscheidet sich das Life-Cover kaum von dem eines „Schönen Heimat“-Bandes, sieht man von der Farbigkeit einmal ab. Ein sagenumwobenes Deutschlandbild wird gezeichnet, eine wald- und schlossreiche Anderswelt, die auf ewig in den Träumen und Alpträumen historischer Erinnerung eingesponnen scheint. Diagonal über die obere rechte Bildhälfte läuft ein schwarzes Band mit dem Schriftzug: Special Issue Germany – A Giant Awakened. Die Aufmachung lässt an den Blick aus einem Flugzeug denken – oder tatsächlich an den Blick eines „erwachten Riesen“, der sich begehrlich auf das Bergschloss des Märchenkönigs senkt – Ludwigs Stein gewordene Idealvorstellung einer Ritterburg mit Türmen und Ziertürmchen, Giebeln, Zinnen und Balkonen, der nur eines fehlt, was im Mittelalter unverzichtbar war: die militärischen Befestigungsanlagen.

Möglicherweise hat das Life-Cover Walt Disney zu seinem Dornröschen-Schloss inspiriert. Vier Jahre später erschien die Zeichentrick-Adaption Neuschwansteins in Sleeping Beauty.

Das deutsche Sonderheft war ganz offensichtlich als vertrauensbildende Maßnahme gedacht. Es sollte den amerikanischen Lesern ein positives Bild des entnazifizierten, ehemaligen Aggressors nahe bringen. Die USA brauchten die Deutschen jetzt als Bündnispartner – gegen die neue Schreckensmacht Sowjetunion. Auf dem Boden der westdeutschen Länder war die Wiederbewaffnung in vollem Gang. Ein knappes Jahr nach dem Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni, machten sich die USA daran, atomar bestückte Kurzsteckenraketen in Stellung zu bringen. ...  

 
 

Schwangau 1972 vs 2010

Bayerns Hochland zwischen Lech und Isar
von
I. N. Ingerle.

München, 1863.

So eilen wir denn weiter zur viel gepriesenen und besungenen Burg Hohenschwangau, die auf bewaldetem Marmorkegel mit Zinnen und Thürmen gar ritterlich über die schwankenden Wipfel hinaus auf die lichten, ebenen Lande schaut. Grüne, felsnmzackte Wasserbecken, der Schwan- und Alpsee, fluthen am Fuße der Höhe; die stolzen Wappenthiere des Schlosses durchrudern mit vornehmem Ernste die klaren Gewässer.
Die Feste hieß früher Schwanstein. Den Namen Hohenschwangau führten zwei Burgen an den Abhängen des Berges Nendeck, die ihrer Lage nach das vordere und hintere Hohenschwangau genannt wurden. Beide Bauwerke liegen trotz ihrer riesigen Mauern in Trümmern, von Buchen beschattet und von üppigen Schlinggewächsen umrankt. Auf dem nahen Schwarzenberge thronte Frauenstein, von welchem jede Spur verschwunden ist. Ein glücklicher Zufall hat Schwanstein, das nach dem Verfalle der höher gelegenen Schlösser den Namen Hohenschwangau angenommen hatte, vor dem Untergange gerettet. ...  

 
 

Tagungshaus Schliersee

Für die MunichRe entstehen 2007 eine Reihe großformatiger Fotoarbeiten die Themen aus dem bayerischen Alpen aufgreifen und dabei nicht mit den touristischen Bildvorstellungen konkurrieren. Formate von 72x90cm bis 185x225cm. ...  

 
 

GERMANY'S STRUGGLE TO BECOME A NATION

Chancellor of Germany Writes an Introduction for This Special Issue

by Konrad Adenauer 1954

When I first learned that the editors of LIFE were preparing this special
issue on Germany and were attempting, even within the necessarily
limited scope of several dozen pages, to bring the American
people into a closer understanding of some aspects of my country, I
was most heartened. For in these tense times, when America and
Germany find themselves, after a long period of war and enforced mis
understanding,facing a common danger and the same crisis of survival,
it is imperative that they know one another. For the times are indeed
perilous and the forces which would divide us most persistent.
I have before me an Atlas of World History, published in Germany
in 1953. Its maps show the territorial changes which have come from
historic developments, especially from wars [see Struggle to Become
a Nation, p. 14]. It shows, much more directly than does written history,
where tensions on this globe have led to catastrophes. For, after
all, every war is basically a catastrophe.
It is a book which gives rise to serious thought. The maps show
alarmingly how freedom in Europe is being pushed back farther and
farther by the colossus of Russian Communism. That area of the
Europe-Asia land mass in which freedom still prevails has become
frighteningly small in Europe since Russia's power reached the Elbe. ...  

 
 

Donaudurchbruch bei Weltenburg 1996 / 2010

Text aus Adalbert Müller:

"Kehlheim, die Befreiungshalle und Weltenburg"
Regensburg 1844

Das Kloster liegt so abgeschlossen in der einsiedlerischen Felsschlucht,
dass man es erst da gewahr wird, wo der Weg, ganz nahe am Ziele,
plötzlich jäh in die Tiefe sich senkt. In hohem Grade überraschend
ist sein Anblick für den vom Rande des Abgrundes Hinunterschauenden,
und unwillkürliches Staunen fesselt den Fuss des Wanderers an
die zauberische Stelle. Noch heute wie vor tausend Jahren kann man
sich hier der Welt völlig entfremdet denken, und kaum irgend ein
anderer Fleck Erde ist geeigneter zu einem Aufenthalte für Solche,
die sich dem beschaulichen Leben in stiller Zurückgezogenheit widmen
wollen. ...  

 
 

Straubing

Ausstellung in der Galerie im Schlachthof Straubing 26 Mai - 18 Juli 2011

Fotografien von Ulrich Schmitt im ehemaligen Schlachthof
Der in München lebende Künstler Ulrich Schmitt begnügt sich in Straubing nicht damit, seine im Laufe der letzten Jahre entstandenen Fotografien zu präsentieren, er konzipiert und erarbeitet eigens ein ortsspezifisches Ausstellungsprojekt.
Wie bei seinen Fotografien, in denen er Gegenwärtiges aufnimmt und dabei immer wieder Vergangenes anklingen lässt, bezieht er sich auf den vorgegeben Ausstellungsort und auf dessen Geschichte: Der ehemalige, heute kulturellen Veranstaltungen dienende Schlachthof wurde im Jahr 1899 fertig gestellt und bis 1930 von dem Tierarzt Hugo Heiß als Direktor geleitet. Heiß gehörte zu den maßgeblichen, internationalen Experten seiner Zeit. Er verfasste nicht nur eine überarbeitete Ausgabe des Standartwerks „Bau, Einrichtung und Betrieb öffentlicher Schlacht- und Viehhöfe“, er erfand etwa auch einen „blitzartig wirkenden Betäubungsapparat“, der das Leiden der zur Schlachtung ausgewählten Tiere zumindest mindert. In seinen Tagebüchern kommt zum Ausdruck, dass Heiß beruflich und privat innerhalb und außerhalb von Deutschland häufig auf Reisen war, was er äußerst genoss. ...  

 
 

Die Amerikanersiedlung am Perlacher Forst 1993

Textfragment von 1958

Zu einer eigenen kleinen Stadt hat sich die Amerikanersiedlung am Perlacher Forst ausgewachsen. Klein-Amerika, wie es im Volksmund genannt wird, beherbergt in 131 Häusern mit rd. 1900 Wohnungen, davon 78 größere Standard-Wohnblöcke zu je 18 Wohnungen, sowie in 50 Ein- und Zweifamilienhäusern etwa 8000 Amerikaner, Angehörige der US-Streitkräfte und ihre Familien. Eine Volksschule, die Platz für 500 Kinder hat, eine höhere Schule, ein Knaben- und Mädchenpensionat, Kindergärten, Spielplätze, ein Lichtspieltheater für 500 Besucher und ein Klubheim sowie ein Fernheizwerk sind Bestandteile der Wohnsiedlung, die in grosszügig angelegte GrünflaÅNchen am Waldrand eingebettet liegt und durch ein breites Ringstraßensystem mit weiten Parkstreifen erschlossen wird. Ihre Krönung fand die Siedlung durch die Inbetriebnahme eines vom Bund errichteten modernen Krankenhauses, bestehend aus einem Behandlungsbau mit neuzeitlichst ausgestatteten Operationssälen und Laboratorien und einem besteingerichteten Bettenbau für 300 Kranke. Die Errichtung dieser Siedlung ermöglichte es, daß zahlreiche deutsche Familien in ihre bisher von der Besatzungsmacht beschlagnahmten Wohnungen zurückkehren konnten. Nach Eröffnung des neuen US-Krankenhauses konnte das ebenfalls beschlagnahmte stadteigene Schwabinger Krankenhaus wieder völligfür die deutsche Zivilbevölkerung freigemacht werden. Später einmal soll die ganze Siedlung mit allen ihrenEinrichtungen in deutsche Hände übergehen.

München setzt Stein auf Stein, 1958 ...  

 
 

Bilder und Möbel

Ausstellung Oktober 2010

Stefan Vogdt
Galerie der Modern

29. Oktober bis 2. Dezember 2010