Schachen

Projekt 2010/2014

 
 

Deutschland Landschaft

Deutschland Landschaft entsteht seit 1996 als fortlaufendes Projekt
Anfangs vorwiegend mit Schwarzweiss-Barytabzügen erstellt, wurden später, mit den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung, großformatige farbige Fotoarbeiten geschaffen.

 
 

Deutschland Landschaft 2009

Künstlerische Ausgestaltung zweier Verwaltungsgebäude der
E.ON AG in Hannover 2007 bis 2009.
Raumbezogene Arbeit mit 270 großformatige Fotoarbeiten die auf einer mehreren Kilometern langen Wandfläche zu einer imaginären Reise durch Deutschland einladen. ...  

 
 

Luftmuseum Amberg

Ausstellung vom 9.03. bis zum 9.06. 2013

 
 

Harzreise

Harzreisen 1996 und 2009

 
 

VKB 2001-2004

Dokumentarsiche Begleitung des Neubaus der Versicherungskammer Bayern in München Giesing
Zeitraum 2001 bis 2004
Zusammenarbeit mit Häusler Contemporary München ...  

 
 

Mangfallgebirge

Mangfallgebirge 2011 und 2012

 
 

Isarhochwasser

Serie Isarhochwasser 1999, 2005,2010 und 2014

 
 

Die Alp

Albtrauf vom Hegau aus bis Tübingen ...  

 
 

German Gothic

„History“ reveals itself to be central to the Gothic mode even when it depicts a contemporary setting. (...) The Gothic dwells in the historical past, or identifies „pastness“ in the present, to reinforce a distance between the enlighted now and the repressive or misguided then.

„Geschichte“ erweist sich als zentral für den Modus der Gothic Fiction, auch dann, wenn sie eine zeitgenössische Situation darstellt. (...) The Gothic ist in der geschichtlichen Vergangenheit zuhause; es zeigt „das Vergangene“ in der Gegenwart und bekräftigt so den Abstand zwischen dem aufgeklärten Heute und dem repressiven oder irrigen Damals.

(Robert Mighall: A Geography of Victorian Gothic Fiction. Mapping History’s Nightmares, Oxford, New York 1999, S. xviii.)

Die Ästhetik meiner Bilder ist von der Gothic Fiction gefärbt, also dem, was wir auf Deutsch „Horrorliteratur“ nennen. Die Landschaft - oft gerade die deutsche und mitteleuropäische Landschaft - hat in dieser Literaturform immer schon eine tragende Rolle gespielt: von den obskuren Schauerromanen des 18. Jahrhunderts wie Eliza Parsons The Castle of Wolfenbach. A German Story bis zu den Klassikern des 19. und 20. Jahrhunderts: Mary Shelleys Frankenstein, Sheridan Le Fanus Carmilla, Algernon Blackwoods The Willows oder, im Bereich des Films, Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens. Das später gestrichene Einleitungskapitel zu Bram Stokers Dracula spielt in München und Umgebung.

Hier werden Orte des Bösen inszeniert – mittelalterlich wirkende Städte, Schlösser, Wälder, Gebirge und Schneewüsten –, an denen die Zeit zu stagnieren scheint und sich räumlich verdichtet. Die Ortswahrnehmung ist durch Erinnerungen an zurückliegende Verbrechen verzerrt. Die Landschaften erscheinen in ihrer Präsenz wie zeitlich zurück gebogen, permanent eingetrübt mit kalten, düsteren, melancholischen und unheimlichen Stimmungen. Angesichts solcher Überlagerungen von Zeit und Raum sprechen angelsächsische Forscher der Gothic Novel gern von „dreamscapes“ (David Punter), „crimescapes“ oder „psycho-geography“ (Robert Mighall) – Termini, die sich keineswegs nur auf historische Texte beziehen. Zeitgenössische Autoren stöbern die Gespenster einer untoten Vergangenheit auch unter den Stahl-Glas-Architekturen heutiger Gothic Cities auf. Der Literaturwissenschaftler Robert Mighall sagt über die „urbanen Verbrechenslandschaften“ des Londoner Schriftstellers Peter Ackroyd: „Ackroyd sees the Gothic skull beneath the modern skin of steel and glass. Haunted by absence rather than presence his ‚psychogeographical’ London is a palimpsest of memories.“ 1 ...  

 
 

Die Schöne Heimat – Bilder aus Deutschland

Parallel zu den Wanderungen findet meine Motivsuche in fotografischen Archiven statt. In Museen und Galerien, historischen Zeitschriften, Katalogen und auf Postkarten forsche ich nach verschütteten, tabuisierten Spuren deutscher Landschaft und Landschaftsdarstellung. Beispiele einer heute weit gehend verdrängten Heimat-Inszenierung sind die alten Bildbände des Langewiesche Verlags, die „Blauen Bücher“. Sie gelten in der deutschen Öffentlichkeit als nicht kunstfähig, weil sie eine „gotische“ Bildsprache sprechen, die politisch belastet ist. Man kann die „Blauen Bücher“ aber nicht auf die Ästhetik des Nationalsozialismus reduzieren. Der Verleger Karl Robert Langewiesche hatte die Serie bereits 1907 erfunden. Sie ist quasi der Prototyp des preiswerten fotografischen Bildbands, wie er immer noch auf dem Zeitschriften- und Buchmarkt vorherrscht. In den 1920er Jahren vertrat Langewiesche auch moderne, neusachliche Positionen, z.B. in den Autorenbänden von Moholy-Nagy, Wolff und Renger-Patzsch. ...